Hohenems wirbt damit, eine moderne und lebenswerte Stadt zu sein.
Doch ein Rundgang mit einer Rollstuhlfahrerin hat gezeigt: „Von echter Barrierefreiheit ist Hohenems weit entfernt.“
Bereits in der Stadtvertretersitzung am 28. Mai 2025 machte SPÖ-Vorsitzender Günter Zechner den Bürgermeister auf konkrete Probleme aufmerksam. So muss etwa die Fußgängerampel bei der Kreuzung Angelika-Kaufmann-Straße / Schweizerstraße per Hand gedrückt werden, um Grün zu schalten – üblich wäre eine automatische Schaltung parallel zum Fahrzeugverkehr. Ebenso sind die Gehsteigkanten an der Einmündung Wasenstraße / Lustenauerstraße nicht abgesenkt, was Rollstuhlfahrer massiv behindert.
Die Antwort des Bürgermeisters damals: „Wir schauen uns das an.“
Doch bis heute, Mitte September, ist, passiert ist nichts.
Weitere Beispiele:
- Bei der Einmündung Brucknerstraße / Rudolf-von-Ems-Straße fehlt ein Zebrastreifen. Der gepflasterte Radstreifen stellt zudem eine Gefahrenquelle für Radfahrer und E-Scooter dar.
- Beim ehemaligen Skaterplatz führt eine steile Auffahrt in die Schillerallee. Eine Lösung wurde auf 2026 verschoben – trotz mehrfacher Hinweise. Dort kommt es immer wieder zu gefährlichen Situationen, ein fast blinder Verkehrsspiegel hilft nicht weiter.“ Zum Vergleich: Beim Tennisplatz wurde eine ähnliche Auffahrt gleich zu Beginn von Bürgermeister Eggers Amtszeit entschärft –deutlich schneller als anderswo.
- Auch die Auffahrt bei der Goethestraße / Schillerallee ist für Rollstuhlfahrer kaum zu bewältigen.
- Die anschließende Fußgängerbrücke über den Emsbach entspricht nicht mehr den heutigen Anforderungen.
- Zudem fehlen an vielen Stellen im Stadtgebiet die notwendigen Absenkungen der Gehsteigkanten, was für Rollstuhlfahrer, Menschen mit Rollatoren oder Eltern mit Kinderwagen große Hürden im Alltag bedeutet.
Ein weiteres gravierendes Beispiel ist die Bundespolizei-Dienststelle: Ohne Lift bleibt Menschen im Rollstuhl der Zugang verwehrt – ein untragbarer Zustand.
Die SPÖ Hohenems fordert daher:
- Sofortige Maßnahmen bei der Bundespolizei-Dienststelle.
- Einen verbindlichen Maßnahmenplan für Barrierefreiheit in der Stadt.
- Die Einbindung von Betroenen in alle Planungen.
Zechner abschließend: „Barrierefreiheit ist ein Grundrecht. Hohenems darf niemanden ausschließen.“
